Reime in der Werbung

Mit derben Verben werben

Base-Plakat mit Werbereim

Reime in der Werbung: Bringen den Nutzen auf den Punkt

Auf den Plakaten von Base, einem Anbieter für Handy-Tarife, wird zurzeit mit Reimen Werbung gemacht. In großen Buchstaben steht dort geschrieben: „Klönen statt löhnen“. Zwei weitere Reime gibt es noch als Alternative: „Sprechen statt blechen“ und „Schwatzen statt latzen“. Über lustige Reime in der Werbung freue ich mich immer wieder. Wenn Sie gut gemacht sind, bringen die Reime den Kundennutzen sofort auf den Punkt. (Im Reim über den Hahn findest du ein schönes Beispiel.) Darüber hinaus kann sich der Leser einen Reim besser merken, als eine ausformulierte Werbebotschaft. Leider sind die meisten Reime, die in der Werbung eingesetzt worden eher peinlicher Natur…

Gemeinschaftswerbung oder gemeine Reime

Ist es reiner Zufall, dass bei den Gemeinschaftswerbungen besonders viele dumme Reime gedichtet werden? „Bier ist mehr wert, es hat Nährwert.“ Bier ist also gesund? Diesem pädagogisch fragwürdigen Werbereim riecht man das Alter förmlich an. Er müffelt schon. Der Spruch stammt aus dem Jahr 1931 und wurde von Hans Brose im Auftrag der Gemeinschaftswerbung Brauereien geschrieben. Eher unscheinbar ist dagegen der Werbespruch der Gemeinschaftswerbung Teppich: „Die graue Maus muss raus.“

Reine Reime für Herrenhemden

Wenn es um peinliche Reime in der Werbung geht, setzt jedoch die Gemeinschaftswerbung Hemden den Standard. Um Herren zum Hemdentragen zu animieren, dichteten die Kragenträger im Jahre 1954: „Ein frisches Hemd gibt Wohlbehagen, nicht nur an Sonn- und Feiertagen.“ Damit nicht genug reimten sie weiter: „Dies Bild zeigt eigentlich genug, das Taghemd ist kein Schlafanzug!“ Nachdem sie mit dem Endreim keine großen poetischen Erfolge feiern konnten, versuchten sich die Reimemacher der Gemeinschaftswerbung Hemden an der Alliteration: „Hemden machen Herren.“ Meiner Meinung passt dieser steife Spruch auch besser zu den Herstellern von Anzugunterkleidung als die albernen Reime.

Außergewöhnliche Werbereime

Das man in der Werbung sogar mit einem Binnenreim auf sich aufmerksam machen kann, haben die Tütensuppen von Erasco bewiesen: „Das Gute daran ist das Gute darin.“ Fast schon Schüttelreim-Charakter hat dieser Spruch aus der Spirituosenabteilung: „Doornkaat aus Kornsaat.“ Selbst vor einem Haufenreim scheuen mutige Werber nicht zurück und formulieren: „Er kann, sie kann, Nissan.“ Absolut legendär sind jedoch die Imperativ-Reime der Bausparkasse Wüstenrot, mit denen langsame Sparer zu schnellen Aktionen bewegt werden sollten. Den Anfang machte „Gib Gas, Gustav!“
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dass jetzt ein unreiner Reim oder einfach nur eine rassige Alliteration sein soll. Auf jeden Fall war diese Kampagne, die von der Werbeagentur Young & Rubicam ausgedacht worden ist, so erfolgreich, dass noch viele Werbereime folgten. Ohne Kommentar, aber dafür mit Ausrufezeichen:

  • Flink, flink, Frau Fink!
  • Spute dich, Ute!
  • Auf die Beene, Marlene!
  • Volle Kanne, Anne!
  • Saus, Klaus!
  • Schnell, schnell, Isabell!
  • Ab durch die Mitte, Gitte!
  • Flitz, Fischers Fritz!

War dein Lieblings-Werbereim dabei? Wenn nicht, dann schau bald wieder rein. Im nächsten Artikel möchte ich weitere peinliche und lustige Reime vorstellen, die in der Werbung genutzt wurden. Wenn du nicht bis dahin warten willst, empfehle ich als Lektüre „Nichts ist unmöglich! Das Lexikon der Werbesprüche“ von Wolfgang Hars.

3 Kommentare zu Reime in der Werbung

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  2. h sagt:

    sehr lustig achacha 😳 ich bin chusse

  3. Klasse Beitrag!

    Ich erinnere mich auch noch an die Transparente, die von der Verkehrswacht an Autobahn-Brücken angebracht wurden. Die durfte ich während meiner Köln-Siegen-Pendler-Zeit immer lesen:

    „Nicht so schnell, Annabell“, „Nicht ohne Gurt, Kurt“ oder noch schlechter: „Halt Abstand, Roland“

    Wer die genauso schlecht findet wie ich, darf übrigens unter http://www.landesverkehrswacht.de/aktionen/spannbaender.html Vorschläge für bessere Texte einreichen.

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