Illustration zu Weihnachten von Agnes Zug

Weihnachten: Illustration von Agnes Zug

Ist Weihnachten für dich schön oder stressig?

Sag mal, freust du dich eigentlich auf Weihnachten? Als Kind habe ich mich auch sehr auf Weihnachten gefreut. Auf den leckeren Duft von Weihnachtsplätzchen und Tannennadeln. An Heilig Abend war ich voller Vorfreude und konnte es kaum erwarten, meine Geschenke auszupacken. Heute bedeutet Weihnachten für mich vor allem eins – Stress.
Wochenlang muss alles vorbereitet werden: Geschenke MÜSSEN eingekauft werden, Weihnachtskarten MÜSSEN geschrieben werden, Plätzchen MÜSSEN gebacken werden. Der Weihnachtsbaum MUSS geschmückt werden…. Darum habe ich einen Kinderreim über den Weihnachtsstress gedichtet. Jetzt hat die Zeichnerin Agnes Zug dazu eine wundervolle Illustration gemalt.

Illustration Weihnachten von Agnes Zug

Morgen Kinder wirds was geben...

Illustration Weihnachtsstress, Copyright Agnes Zug, 22.12.2011

Weihnachten – Das Fest der Liebe

Heiligen Drei Könige

Wir bringen Geschenke!

Oben links in der Illustration siehst du das Jesus-Kind in der Krippe, umringt von Maria und Josef sowie den Heiligen Drei Königen aus dem Morgenland. (Übrigens: Hier findest du einen lustigen Weihnachtsreim über die Heiligen Drei Könige.) Diese Szene ist mit goldenen, warmen Farben illustriert. Der Weihnachtsstern strahlt hell über der Familie, die Gesichter der Anwesenden strahlen vor Zuneigung; selbst das Heu und die Mäntel aus dem Morgenland strahlen farbenfroh. Alles strahlt Entspannung und Wohlgefühl aus. Alle sind glücklich und das Jesus-Kind reißt (vor Freude über die Geschenke?) die Arme in die Luft, als ob es die ganze Welt umarmen will. Das ist das Ideal von Weihnachten – dem „Fest der Liebe“.

Vater ist gestresst

Vater im Weihnachts-Stress

Ich kann nicht mehr!

Aber dann kippt die Stimmung in der Illustration sprichwörtlich. 22., 23., 24. Dezember: Wie in einem Countdown werden die Tage bis zu Heilig Abend abgezählt.

Jetzt kommt der Stress zum Vorschein. Ein rotes Auto schlittert durch den Schnee – auf der Jagd, äh Fahrt nach den letzten Einkäufen, bevor die Läden schließen. Hupen, Schimpfen, Streiten ist im Weihnachtsstress an der Tagesordnung, weil alle noch so viel zu erledigen haben.

Links unten siehst du einen Vater, der schwer mit Geschenken bepackt ist. Das Geld flattert ihm nur so aus dem Portemonnaie. Vor Stress stöhnt er laut auf und fasst sich an den Kopf.

Mutti ist im Kaufrausch

Mutter im Kaufrausch zu Weihnachten

Mehr, mehr, mehr!

Währenddessen läuft die Mutter mit freudig erregter Mine über den Weihnachtsmarkt. In der einen Hand trägt sie die Geschenke, in der anderen die Geldbörse. Sie ist im Kaufrausch. Und warum? Weil sie alles richtig machen will, weil sie ihre Familie harmonisch um den Tannenbaum herum vereinen will, weil sie ihr Kind glücklich machen will. Sie merkt gar nicht, welchen Stress sie sich und ihrer Familie damit antut.

Und die Kinder? Freuen die sich wenigstens? Nö.

Kinder sind gelangweilt

Gelangweiltes Kind mit Krone im Rampenlicht

Wie öde!

Rechts unten siehst du einen Jungen, der mit einer Krone auf dem Kopf auf einem Turm (oder Thron) von Geschenken sitzt. Mit gelangweilter Mine winkt er die Geschenke-Lieferanten heran und winkt dann ab – nach dem Motto: „Wie öde. Das hab ich schon. Das ist doch nichts Besonderes. Der nächste, bitte.“ Der Kuschel-Teddy liegt rücksichtslos umgeschmissen auf dem Boden. Die Botschaft ist klar: Das Kind bekommt so viele Geschenke, dass es sich über nichts mehr richtig freuen kann.

Interessantes Detail: Auf das Kind fällt ein kreisrundes Scheinwerferlicht. Ich verstehe diese Aussage so: Das Kind sitzt im Rampenlicht. An Weihnachten dreht sich alles nur noch um das eigene Kind – aber nicht um das Jesus-Kind!

Weihnachten – Eine dunkle Jahreszeit

Stadt im Dunkel mit Weihnachtsbeleuchtung

Und es ward Licht

Rechts oben in der Illustration siehst du dann eine „festlich erleuchtete“ Stadt. Alle Häuser sind mit Lichterketten geschmückt. Auch am Weihnachtsbaum hängen Christbaumkugeln, rote Schleifen und Sterne. Aber trotzdem liegt die Szene im Dunkeln. Die Kälte und das Dunkel der Winterzeit werden nur mühsam durch die weihnachtliche Dekoration übertüncht.

Bei dieser Szene müssen wir alle uns die kritische Frage stellen: Ist Weihnachten zu einem kommerziellen Ritual verkümmert? Wollen wir mit den Geschenken, dem Gebäck und den Lichtern nur für einen kurzen Augenblick unsere Einsamkeit und Isolation vergessen? Geht nicht der eigentliche Grund, aus dem wir Weihnachten feiern, nämlich die Geburt von Jesus Christus, vor lauter Kommerz und Konventionen verloren?

Liebe bringt Licht ins Dunkel

Jesus mit Maria und Josef

Das Fest der Liebe

Das Schöne an der Illustration von Agnes Zug ist, dass sie einen Kreislauf darstellt. Weihnachten hat mit der Geburt von Jesus angefangen und auch wenn wir heute den Grund vor lauter Stress vergessen haben, so ist er doch noch da.

Und wenn wir uns ein wenig Zeit zur Besinnung nehmen, dann fällt uns wieder ein: Geschenke sind nur Nebensache. Es geht darum, dass man sich lieb hat. Dass man für seine Familie und seine Mitmenschen da ist.

Und mit diesen Gedanken und Gefühlen erstrahlt die Welt gleich wieder in einem viel freundlicheren Licht.

In diesem Sinne wünsche ich dir (und euch allen da draußen!) ein schönes Weihnachtsfest. Ohne Stress – mit Ruhe für dich selbst und mit Zeit füreinander.

Ein Kommentar zu Illustration zu Weihnachten von Agnes Zug

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