Der Reime-Blog Bei Reimix findest du lustige Reime, Kinderreime und Fabeln, die mit Comics illustriert werden. Alle Reime kannst du kommentieren und kostenlos runterladen. Außerdem kannst du deine Illustrationen im Reime-Blog veröffentlichen. Viel Spaß!
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Alliteration: Der Reim am Wortanfang
Am Anfang war das Wort und am Anfang des Wortes ist immer ein Buchstabe. Wenn das darauf folgende Wort mit dem gleichen Buchstaben beginnt, handelt es sich um eine Alliteration. Dieser Gleichlaut am Wortanfang wird auch Stabreim genannt und häufig in der Werbung, aber auch in Rap-Texten und in der Alltagssprache benutzt.
In dem Beitrag „Kurze Geschichte der Reime“ habe ich bereits erwähnt, dass der Stabreim schon während der Spätantike (ca. 300 Jahre nach Christi Geburt) in germanischen (deutschsprachigen) Ländern verbreitet war. Der Endreim, der Reim am Versende, wurde erst später verbreitet. Man kann also sagen, dass die Alliteration ein Vorreiter für die Endreime war. Heutzutage kommen Alliterationen nicht nur in Gedichten, sondern auch in der Alltagssprache häufig vor. Hier ein paar Beispiele: „frank und frei“, „gang und gäbe“, „klipp und klar“. Ausführliche Informationen über die Geschichte der Alliterationen findest du in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Interessant finde ich die Tatsache, dass viele Superhelden wie Clark Kent, Peter Parker oder Bruce Banner alliterative Namen haben. In Entenhausen leben besonders viele Comic-Figuren, deren Vor- und Nachname mit dem gleichen Buchstaben beginnen: Donald Duck, Dagobert Duck, Daniel Düsentrieb, Mickey Maus, Minni Maus, Kater Karlo usw. Fix und Foxi, Tick, Trick und Track. Strolchi und Struppi. Sicher fallen dir noch mehr Beispiele ein.
Tautogramme und Zungenbrecher
In der Werbung wird die Alliteration sehr häufig eingesetzt. Der Grund liegt auf der Hand: Leser können sich interessant klingende Texte einfach besser merken. Sicher hast du einen der folgenden Stabreime schon einmal gehört:
- Mars macht mobil
- Fischers Fritze fischt frische Fische
- Milch macht müde Männer munter
Bei diesen drei Beispielen handelt es sich übrigens um Tautogramme, das sind Sätze in denen jedes Wort mit demselben Buchstaben anfängt. Fischers Fritze ist außerdem ein bekanntes Beispiel für einen Zungenbrecher. Auch bei Zungenbrechern werden Alliterationen häufig eingesetzt.
Alliterationen für alle Altersklassen
Veni, vidi, vici: Diese Alliteration des römischen Feldherrn Julius Cesär ist bei vielen Schülern bekannt und berüchtigt. Aber man muss nicht in Geschichtsbüchern nachschlagen, um gute Gleichklänge zu finden. In der Alltagssprache gibt es viele Wörter, bei denen beide Silben mit demselben Buchstaben bzw. mit demselben Anlaut beginnen: Wirrwarr, Schnickschnack, Mischmasch, Zickzack, Krimskrams, Singsang. Auch in meinen Kinderreimen benutze ich den Gleichlaut am Wortanfang sehr häufig. Das liegt sicher daran, dass ich als Werbetexter ein Gespür für den Stabreim entwickelt habe. Hier findest du ein paar Beispiele für Alliterationen bei Reimix:
Reime zum Rappen
Besonders viele Stabreime findest du im Reime-Rap. Da heißt es zum Beispiel „Ob ich denke, dichte, träume, rede, rappe, rocke, reime, sülze, schnulze oder schleime…“ Sprich das mal laut und schnell vor dich hin. Ich glaube, dann verstehst du, warum ich an Stabreimen Spaß habe. Stabreime sind für Rap-Texte super geeignet. Beim monotonen Sprechgesang verändert sich die Betonung der Silben, wird mechanischer, härter, schneller, eindringlicher. In der Musik nennt man das Staccato-Effekt.
Noch ein Beispiel aus meinem Reime-Rapertoire: „(mit) Silben spielen, Sprüche speien, feste Formeln frech befreien…“ Vielleicht habe ich es mit den Alliterationen im Reimix-Rap auch etwas übertrieben. Aber wenn man einmal in Fahrt kommt, macht es einfach tierisch Spaß, nach Gleichklängen zu suchen. Konsequenterweise habe ich darum auch in der Schlussstrophe einige Stabreime verwendet: „Weil ich wirklich witzig schreibe, immer bei der Wahrheit bleibe, retten meine Rassereime, Leser vor der Langeweile.“
Die Doppelmoral des devoten Despoten
Hast du schon von dem Reimemacher Alex Dreppec gehört? Wenn du dich für Stabreime interessierst, klick mal auf seine Website. Er hat ein Buch mit dem Titel „Die Doppelmoral des devoten Despoten. Stabreimgedichte von A-Z.“ veröffentlicht. Für jeden Buchstaben des Alphabets ein Gedicht voller Alliterationen. Respekt!
Kennst du auch eine Alliteration aus einem Gedicht, einem Rap oder einem Werbespruch, den du besonders gut findest? Dann lass hören.
Was ist eine Fabel?
Eine Fabel ist eine Erzählung, die belehren will, die etwas beibringen will. Eine Fabel kann in Reimen oder Prosa geschrieben werden. Oft übernehmen Tiere in der Fabel menschliche Eigenschaften – sie verhalten sich wie Menschen und können sprechen. Meistens endet die Fabel mit einer Pointe, einem überraschenden Höhepunkt, aus dem die Zuhörer bzw. Leser eine Moral ableiten können.
Kurze Geschichte der Fabel
- Bereits vor über 2000 Jahren wurden Fabeln niedergeschrieben und zum Unterricht in Schulen verwendet.
- In Europa gilt Äsop als Gründer der Fabeldichtung. Er lebte 600 Jahre vor der Geburt Christi in Griechenland und war ein Sklave.
- Im Mittelalter wurde die Fabel dann auch in Deutschland bekannt.
- Der Kirchenreformer Martin Luther nutzte die Fabel, um den Menschen unangenehme Wahrheiten spielerisch zu vermitteln.
- In Deutschland endet die klassische Tradition der Fabel mit Gotthold Ephraim Lessing.
Merkmale einer Fabel
In einer Fabel sind es oft Tiere, Pflanzen, Fantasiewesen oder auch Dinge, die wie Menschen denken, sprechen und handeln. Dass sich die Tiere wie Menschen verhalten, hat für den Fabeldichter den Vorteil, dass er seine Mitmenschen heimlich kritisieren kann. Nach dem bekannten lateinischen Spruch „fabula docet et delectat“ soll eine Fabel belehren und unterhalten. Die Lehre bzw. die „Moral von der Geschicht“ kann dabei am Anfang (Promythion) oder am Ende der Fabel (Epimythion) stehen. Manchmal wird die Moral gar nicht genannt, da sie entweder offensichtlich ist oder der Leser selber nachdenken soll.
Berühmte Fabeln
Aufbau einer Fabel
- Promythion: Vorwort mit Lehre bzw. Moral
- Ausgangssituation der Handlung
- Actio: Aktion, Beginn der Handlung
- Reactio: Reaktion des Betroffenen
- Eventus: Ergebnis der Handlung
- Epimythion: Nachwort mit Lehre bzw. Moral
Meine Reime sind nach einem sehr ähnlichen Schema aufgebaut – nur das ich das Vorwort weglasse und gleich mit der Ausgangssituation anfange. Fast jeder Reimix besteht darum aus fünf Strophen. In der letzten Strophe wird die Moral des Gedichts hinterfragt.
Was ist für dich das Besondere an einer Fabel? Welche Fabel liest du am liebsten? Über einen Kommentar würde ich mich freuen.
Tipps zum Reime schreiben
Ein weiser Reimeschreiber hat mal gedichtet: „Einfach ist das Reime machen und man hat stets was zu lachen.“ Wenn man einen Reim von Wilhelm Busch liest oder von Goethe, dann scheint das Reimen wirklich einfach zu sein. Die Sätze fügen sich nahtlos ineinander, beim Vorlesen ist der Rhythmus der betonten und unbetonten Silben immer harmonisch und die Pointe bringt uns zum Nachdenken oder Lachen. Um einen solchen Reim zu schreiben, muss man allerdings viel üben und bereit sein zu experimentieren. Vielleicht hilft dir dieser Erfahrungsbericht dabei, selber Reime zu schreiben.
Den Kopf frei machen
Man kann das Reimen nicht erzwingen! Selbst ein disziplinierter Dichter hat hin und wieder keine Ideen – zumindest keine guten. In diesem Fall würde ich dir dazu raten, erst mal etwas Sport zu machen oder ein Buch zu lesen, um auf neue Gedanken zu kommen. Ich selber habe ganz schlechte Erfahrungen mit dem Versuch gemacht, gegen eine Blockade anzukämpfen. Wenn der Kopf frei ist, kommen die Ideen wie von alleine.
Alles aufschreiben
Wie für jeden Autor gilt auch für den Reimemacher, dass man immer ein Notizbuch und einen Stift zur Hand haben sollte, um Ideen zu notieren. Achtung: Oft habe ich schon im Bett gelegen, als plötzlich ein genialer Reim vorbeigeflogen kam. Sofort aufstehen und aufschreiben! Sonst wirst du dich am nächsten Morgen ärgern.
Erst sammeln, dann selektieren
Wenn du mit einem Reim beginnst, ist es wichtig, nicht von Anfang an zu selbstkritisch zu sein. Denk beim ersten Brainstorming nicht lange nach, sondern versuch das Kritzeln oder Tippen zu automatisieren. Ich schreibe erst mal alles auf, was mir einfällt und wähle hinterher die besten Ideen und Ansätze aus. Wenn ich zwei gleich starke Verse geschrieben habe, stelle ich diese im Dokument nebeneinander, um sie jederzeit vergleichen zu können. Übrigens: Zum Auswählen der besten Verse gibt es keinen besseren Ratgeber als deine eigene Intuition. Lerne, auf dein dichterisches Gefühl zu vertrauen.
Im Internet recherchieren
Du weißt worüber du schreiben willst? Gut! Aber kennst du dich mit dem Thema auch aus? Google dein Stichwort und schau auch bei Wikipedia oder in Fachbüchern nach. Je besser du über ein Thema informiert bist, umso besser bist du auf das Reimen vorbereitet. Noch ein Tipp zum Reime schreiben: Nutze den OpenThesaurus im Internet oder den Thesaurus deines Computers und notiere alle Wörter, die mit deinem Thema zu tun haben. Tipp: Um den PC-Thesaurus zu aktivieren, markierst du das betreffende Wort mit einem Doppelklick und drückst die Tastenkombination Shift-F7.
Vorsicht vor Sackgassen
Eine wichtige Regel für Dichter lautet: Scheitere schneller! Wenn ich bei einem Reim trotz hartnäckigem Überlegen überhaupt nicht weiterkomme, liegt es vielleicht daran, dass die Idee einfach nicht gut ist. Dann hefte ich den Entwurf zusammen mit allen Notizen in einem dicken Ordner ab und fange mit einem neuen Reim an. Lass dich von deinen Bemühungen nicht entmutigen. Große Künstler haben oft jahrelang an ihren Gedichten gefeilt.
Archiv anlegen
Papier ist geduldig: Ich kann jederzeit wieder reinschauen und mich von alten Manuskripten inspirieren lassen. Zusätzlich verwalte ich alle Entwürfe in meinem Computer in eindeutig beschrifteten Ordnern, die nach Kategorien unterteilt sind. Wenn du das Reimen Ernst nimmst und jeden Tag daran arbeitest, sammelt sich in kurzer Zeit umfangreiches Material an. Nur wenn du von Anfang an eine ordentliche Struktur in deinen Unterlagen hast, wirst du deine Ideen und Entwürfe schnell wiederfinden.
Übung macht den Meister
Reimen ist nicht schwer, es ist leicht. Jedes Kind kann es und hat Spaß daran. Allerdings verlernt man es ohne regelmäßige Übung. Darum lautet mein Tipp: Reime zu Hause und zu jeder Gelegenheit. Nimm alles zum Anlass, einen Zweizeiler zu reimen: einen Karnevalsstreit, das Fußballspiel deiner Lieblingsmannschaft oder besondere Festtage wie Ostern. Nach einiger Zeit, kommen dir die Reime von selber in den Sinn. In deinem Gehirn haben sich neue Synapsen gebildet, die die kreative Sprachverarbeitung leichter machen.
Web 2.0 zur Diskussion nutzen
Warum nutzt du nicht Twitter oder ein Forum, um jeden Tag einen Reim zu schreiben? Durch die Kommentare deiner Follower erfährst du schnell, welche Reime gut ankommen und welche nicht. Ich habe meine Reime erst im Kollak-Blog veröffentlicht und teilweise auch in dem Schriftsteller- und Autoren-Forum Schreibwerkstatt. Besonders in der Schreibwerkstatt habe ich sehr konstruktive Kritik von anderen semiprofessionellen Dichtern erhalten. Probier es aus!
Reime unrein!
Lass dich nicht von Rechtschreibung und Grammatik einschränken. Bitte versteh mich nicht falsch, sauberes Schreiben ist eine wichtige Voraussetzung für lesbare und verständliche Reime, aber manchmal muss man auch gegen Gewohnheiten verstoßen, um den Weg frei für neue Gedanken zu machen und die Leute zum Lachen zu bringen. Nimm dir ein Vorbild an den ersten Versen aus dem Buch „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch:
Ach, was muss man oft von bösen
Kindern hören oder lesen.
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Max und Moritz hießen.
Der berühmteste und erfolgreichste Reim in deutscher Sprache beginnt mit zwei unreinen Reimen – und keinen stört’s!
Suche nach dem Außergewöhnlichen
In jedem zweiten Popsong wird „Herz” auf „Schmerz” gereimt. Dieser Reim ist schon so abgedroschen, dass er niemanden mehr aufhören lässt. Such nach außergewöhnlichen, überraschenden Reimen. Warum sollte man „Herz“ nicht auf „Aprilscherz“ reimen? Das wäre doch ein schöner Gegensatz. Tausche als nächstes den Vokal gegen den entsprechenden Umlaut aus – und schon kannst du „Herz“ mit „März“ reimen. Statt dem Z am Wortende tut es auch ein TS. Bingo: Jetzt reimen sich auch Worte wie „aufwärts“ usw.
Überprüfe auch die Plurale und Konjugationen: „die Berts“ (Freunde von Ernie) und „des Verkehrs“ hat sicher noch keiner auf Herz gereimt. Apostroph gefällig? Die „Kerz’“ passt doch zur romantischen Stimmung – und niemand „erfährt’s“. Umgangssprache ist nämlich auch erlaubt, wenn nötig.
Reim-Lexikon zu Rate ziehen
Die letzte Übung hat gezeigt, dass es beim Reimen vor allem auf deine eigene Kreativität ankommt. Wenn du das Wort „Herz“ bei einem der im Internet verfügbaren Reimefindern eingibst, wirst du höchstwahrscheinlich von dem Ergebnis enttäuscht sein. Bessere Erfahrungen habe ich mit dem Reimlexikon vom Willy Steputat gemacht. Beim Blättern kommt man oft auf noch viel bessere Gedanken. Ein guter Dichter lässt nichts unversucht. In diesem Bericht findest du Links zu den wichtigsten Reimemaschinen im Internet.
Bücher sind deine Werkzeuge
Ein Dichter ist ein Wortkünstler, ein Sprachakrobat, ein Silbenjongleur. Von einem Handwerker erwartet jeder, dass er seinen Beruf gelernt hat. Das gilt auch für Reimemacher. Ein Handbuch deutscher Redewendungen, die Duden und Nachschlagwerke für Zitate und Aphorismen gehören einfach zu deinem täglichen Werkzeug. Nur durch wirkliches Interesse an der Sprache kannst du deinen Wortschatz erweitern und dein Gefühl für die passende Formulierung verfeinern.
Feine Verse formulieren
Ein guter Reim hat nicht nur eine schöne Idee und einen passenden Gleichklang, sondern auch ein stimmiges Versmaß. Das Versmaß entsteht durch den Rhythmus der betonten und unbetonten Silben. Hier beginnt die hohe Kunst des Reimens – und oft findest du für die schönsten Reime kein geeignetes Versmaß. Dann hilft es nichts: Es ist besser auf einen Reim zu verzichten, als ihn auf Biegen und Brechen unterbringen zu wollen. In der Reime-Theorie findest du weitere Informationen über Versmaß, Rhythmus und Betonung.
Lese laut!
Du hast einen Reim geschrieben, der dir gut gefällt? Dann kommt jetzt der Härtetest. Lese ihn laut und langsam vor. Wenn du an einer Stelle hängenbleibst, passt vermutlich die Betonung der Silbe nicht zum Versmaß. In diesem Fall musst du weiter an deinem Reim feilen. Ein Reim ohne Rhythmus tut in den Ohren weh – und das werden dir deine Leser nicht verzeihen.
Ausnahmen bilden Rap-Songs: Durch den Beat und die Möglichkeit, Silben unterschiedlich schnell zu lesen, spielt die Betonung nicht so eine große Rolle.
Betonung überprüfen – mehrmals
Mein Tipp für Reimeschreiber: Druck deinen Reim aus und markiere alle betonten Silben. So kannst du feststellen, ob die Betonung in allen Zeilen gleich bleibt und die einzelnen Worte wie im täglichen Sprachgebrauch betont werden. Wenn du alles korrigiert hast, dürfte dein Notizblatt ziemlich wüst aussehen. Druck dein Gedicht noch einmal aus und überprüfe die Betonung noch einmal Silbe für Silbe. Nur mit Sorgfalt, Geduld und in Fleißarbeit entsteht ein sauberes Versmaß.
Sei lustig, nicht langweilig
Anders als bei einem Gedicht, das oft sehr gefühlsbetont ist und romantische oder erschreckende Bilder inszeniert, sind Reime in der Regel eher unterhaltsam. Ich halte es mit meinen Reimen wie Bugs Bunny: „Seid zur Heiterkeit bereit.“ Verfolge deine Kollegen und Konkurrenten: Lies wie diese Ihre Leser zum Lachen bringen – oder es versuchen. Auf Twitter treibt zum Beispiel ein Twitzbold sein Unwesen.
Kurz und knackig
Im Internet wird die Aufmerksamkeit deiner Leser von zahlreichen anderen Medien beeinträchtigt. Darum finde ich es wichtig, schnell auf den Punkt zu kommen. Im Idealfall leistet jede einzelne Zeile einen Beitrag zum dramatischen Aufbau deines Reims. Streiche jede Zeile, die überflüssig ist oder einen bereits erwähnten Gedanken wiederholt.
Struktur schaffen
Gedichte-Leser sind wahrscheinlich eher dazu bereit, sich durch wüste Wortschlachten zu kämpfen. Bei klassischen Kinderreimen wird schon etwas mehr Struktur in den Versen erwartet, um das Lesen zu erleichtern. Darum ist die grundsätzliche Einteilung der Strophen bei Reimix immer sehr ähnlich: Einleitung und Vorstellung des Problems, Ausarbeitung, Wende, Moral. Durch diesen Aufbau möchte ich meine Leser zu überraschenden Erkenntnissen führen.
Sei kritikfähig, aber bleib eigensinnig
Deine Reime müssen nicht jedem gefallen! Versuch erst gar nicht, es allen Lesern recht zu machen. Wenn du anspruchsvolle Reime schreiben willst, musst du mit Kritik rechnen. Du solltest diese Kritik sogar suchen. Veröffentliche deine Reime in Foren wie der Schreibwerkstatt und nimm die konstruktive Kritik und die Anregungen deiner Kollegen ernst. Aber lass dich nicht von deinem Weg abbringen. Als Dichter hast du ein Recht, die Dinge so zu auszudrücken, wie du sie empfindest.
Ich hoffe, dass dir das Reimen mit diesen Hinweisen etwas leichter fällt. Wenn du noch Ergänzungen hast, schreib einen Kommentar. Weitere Tipps zum Reimen und Dichten ohne Reim findest du hier.
Der Vers: Eine Wortreihe mit Struktur
Der Begriff Vers geht auf das lateinische Wort „versus“ zurück, was „Reihe“ bedeutet. Da die Zeile eines Gedichts aus einer Reihe von Worten besteht, wird diese als Vers bezeichnet. Damit eine Zeile aber zu einem Vers wird, muss sie einen bestimmten Rhythmus aufweisen. Um Verse zu unterscheiden, ist die Struktur der Silben wichtig. In deutschen Gedichten werden insbesondere die Anzahl der Silben in einem Vers und die Betonung der Silben untersucht.
Zeilenschluss oder Zeilensprung
Um die Struktur eines Verses zu bestimmen, kann man Versmaß und Reimschema untersuchen. Besonders wichtig ist, ob der Reim am Ende der Zeile liegt oder am Ende einer Sinneinheit. Fällt der Reim auf das Versende, spricht man von einem Zeilenschluss. Im Gegensatz dazu liegt beim Zeilensprung das Ende des Verses erst in der nächsten Zeile. Kritiker sprechen in diesem Fall auch von „Enjambement“. Das ist ein französisches Wort und bedeutet „überschreiten“. Läuft der Vers sogar über das Ende der Strophe hinaus, nennt man es einen Strophensprung.
Ein Vers kommt selten allein: Die Strophe
Wenn es sich nicht um Zweizeiler oder Bauernweisheiten handelt, bestehen Gedichte in der Regel aus mehreren Versen. Diese Verse bilden eine Strophe. Strophen können nach unterschiedlichen Kriterien untersucht werden: Anzahl und Länge der Verse, Metrum und Reimschema des Endreims. Bei Reimix habe ich mich für eine sehr einfache Strophenform entschieden: Jede Strophe verfügt über vier Zeilen und bei fast allen Reimen entspricht die Zeile auch dem Vers.
Versgruppierung und Versreihung
Je nachdem wie die Verse angeordnet sind, unterscheidet der Kritiker zwischen Versgruppierung und Versreihung. Bei der Versgruppierung sind die Verse in Gruppen angeordnet. Wenn mehrere Verse eine metrische Einheit bilden, nennt man sie auch Strophe. Die Strophe wird im Gedicht mehrfach wiederholt und durch eine Leerzeile voneinander getrennt. Eine Versreihung erkennst du daran, dass aus den Versen keine Gruppen gebildet werden. Weitere Informationen zum Vers erhältst du in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Hast du noch Fragen zu Versen und Strophen in Gedichten? Dann schreib einen Kommentar zu diesem Beitrag.
Beispiele für Binnenreime
Wenn zwei sich reimen:
Beispiele für den Binnenreim
Das Wort „binnen“ bedeutet so viel wie: in, inmitten, innerhalb, mittendrin. Wenn sich zwei Worte innerhalb einer Verszeile reimen, spricht man darum von einem Binnenreim. Ein gutes Beispiel dafür findet sich im Reim von der Spinne: „Keiner schneidert Kleider feiner“. In dieser Zeile reimt sich das Wort „Keiner“ auf „feiner“. Außerdem reimen sich die Worte „schneider(t)“ und „Kleider“. Es handelt sich also um einen doppelten Binnenreim. Vom Binnenreim gibt es noch weitere Varianten wie Schlagreim, Mittelreim und überschlagender Reim. Diese und weitere Formen des Binnenreims möchte ich euch an Beispielen erklären.
Mit dem Knüppel: Der Schlagreim
Ein Schlagreim ist ein Binnenreim, bei dem sich zwei Wörter, die direkt aufeinander folgen, innerhalb eines Verses reimen. Zum Beispiel: „Es gibt eine Art von Hasen, die niemals im Rasen grasen.“ Der Schlagreim wirkt leicht übertrieben. Darum sollte man ihn nur dort einsetzen, wo schlagende Effekte gefragt sind. Im Kinderreim über den seltsamen Osterhasen habe ich mich darum für eine Alliteration (auch Stabreim genannt) statt eines Schlagreims entschieden.
Der Unterschied zwischen Mittelreim und Mittenreim
Ein Mittelreim ist eine Form des Binnenreims, bei der sich zwei Worte in der Mitte von zwei aufeinanderfolgenden Versen reimen. Dabei darf der Reim allerdings nicht am Versende stehen. Hier ein Beispiel aus dem Reim über den Hut: „So pflegt und hegt man mit Bedacht den kargen Rest der Haarespracht.“ Der Mittelreim wird hier durch die Worte „pflegt“ und „hegt“ gebildet.
Im Gegensatz dazu reimen sich beim Mittenreim das Wort am Versende mit einem Wort in der Mitte der Zeile, die vorher oder nachher kommt. Hört sich kompliziert an, ist aber an einem Beispiel aus dem Reim Geschenkestress zum Weihnachtsfest schnell erklärt:
„Drei Weise, einer war ein Scheich,
beschenkten ihn reich, den kleinen Strolch.“
Übergehende und überschlagende Reime
Beim übergehenden Reim reimt sich das Ende des ersten Verses auf den Anfang des folgenden Verses. Als Beispiel für diese Variante des Binnenreims dient wieder der Spinnen-Reim: „Hoch entzückt ist der Designer, keiner schneidert Kleider feiner.“ Das Wort „Designer“ am Versende reimt sich auf „keiner“.
Anders ist es beim überschlagenden Binnenreim: Hier reimt sich der Anfang und Ende eines einzigen Verses. Im Reim über die Beichte findest du ein Beispiel für den überschlagenden Reim: „Peter ist ein Übeltäter, doch was er getan gesteht er.“ Das erste Wort des Gedichts, nämlich „Peter“ reimt sich auf „Täter“.
Mittendrin statt nur dabei: Der Inreim
Der Inreim ist ein Binnenreim, bei dem sich das Versende und ein Wort aus demselben Vers reimen.
Ein Beispiel bietet der Reim über den Streit auf dem Spaziergang: „Auf der morgendlichen Runde legen Hunde aus gutem Grunde Häufchen auf die Bordsteinkante…“ Ich glaube, der einzige Unterschied zum normalen Binnenreim liegt darin, dass das erste Reimwort nicht am Anfang des Verses steht. Da bin ich mir aber nicht sicher und werde weiter nachforschen.
Für Fortgeschrittene: Der Zäsurreim
Das Wort Zäsur bedeutet „Bruch“, „Einschnitt“. Als Zäsurreim bezeichnet man darum einen Binnenreim, bei dem sich ein Versabschnitt, der durch eine Zäsur entstandenen ist, mit dem Versende reimt. Der Versabschnitt braucht beim Zäsurreim nicht in der Versmitte zu liegen. Es gibt noch eine weitere Variante des Zäsurreims. Dabei reimen sich die Wörter vor der Zäsur in zwei Zeilen. Das ist so anspruchsvoll, dass mir noch kein guter Reim dazu eingefallen ist.
Mein Lieblings-Binnenreim
Mein Lieblings-Binnenreim stammt aus dem Buch „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch. Im dritten Streich heißt es: „Ritzeratze! voller Tücke, in die Brücke eine Lücke.“ Wenn ich die Definition richtig verstanden habe, ist diese berühmte Zeile ein gutes Beispiel für einen Mittenreim.
Kennst du auch Beispiele für einen lustigen Binnenreim? Dann lass hören. Ich freue mich über jeden Beitrag.
Beispiele für Haufenreim
Ein Reim kommt selten allein: Der Haufenreim
Oft versuchen Dichter die Wiederholung gleich klingender Reime zu vermeiden. Denn die Verse sollen sich möglichst abwechslungsreich anhören. Aber es gibt auch Ausnahmen: Wenn am Versende einer Strophe immer wieder der gleiche Reim verwendet wird, handelt es sich um einen Haufenreim. Durch die Wiederholung des Reims ergibt sich das Reimschema aaaa. Manche sprechen auch schon von einem Haufenreim, wenn der Reim nur dreimal wiederholt wird. Bei Reimix findest du aber auch weitere Beispiele dafür, wie ein Haufenreim eingesetzt werden kann.
Ein ungewöhnlicher Haufenreim
Im Reim von der Schnecke findest du ein ungewöhnliches Beispiel für einen Haufenreim. Hier wird das Wort „Pfütze“ gereimt auf „Mütze“, und „nützte“. So weit so gut. Im Reim von der Schnecke wird „Pfütze“ aber auch auf „spritze“ und „Ritze“ gereimt. Da die Buchstaben „i“ und „ü“ sehr ähnlich klingen, kann man hier von einem unreinen Haufenreim sprechen. Das Besondere an meinem Haufenreim: Nicht alle Zeilen einer Strophe enden auf den gleichen Reim, sondern nur die letzten beiden. Dadurch ergibt sich dann folgendes Reimschema: xyaa, xyaa …
Haufenreim extrem: Der Reime-Rap
Eine Extremform des Haufenreims findest du im Reimix Reime-Rap: In dem Rap habe ich versucht, möglichst viele Reime auf das Wort „Reime“ unterzubringen, zum Beispiel „schleime“, „leime“, „Keime“, „Heime“. Da es mit dieser kleinen Auswahl an Reimen kein besonders toller Song geworden wäre, habe ich den Haufenreim um ähnlich klingende Reimworte (Unreine Reime) ergänzt: „Kleine“, „weine“, „Schweine“, „träume“. Das Resultat ist ein unreiner Haufenreim in Rap-Form.
Beispiele für Haufenreime
Kennst du weitere Beispiele für gelungene Haufenreime? Oder findest du die Wiederholung von Reimen einfach nur langweilig? Dann schreib einen Kommentar zu diesem Artikel.
Reime Geschichte
Kurze Geschichte der Reime
Ob Rap, Rock oder romantischer Pop-Song: In fast jedem Liedtext werden Reime verwendet. Aber woher stammen Reime? Wie haben sich Reime entwickelt? In diesem Beitrag wird die Geschichte der Reime kurz vorgestellt.
Das Wort „Reim“ bedeutet „Verszeile“ oder „gereimter Vers“. Ursprünglich leitet sich das Wort „Reim“ von dem germanischen (altfränkischen) Begriff „rim” ab, was mit „Reihe“ übersetzt werden kann. Über das französische Wort „rime” ist es in die übrigen europäischen Sprachen gelangt. Übrigens wurde das englische Wort „rhyme” fälschlicherweise von dem griechischen Wort „rhythmos“ abgeleitet.
Weiter lesen Geschichte der Reime
Reim-Theorie: Rhythmus und Betonung
Rhythmus und Betonung:
Teil 2 der Reimix Reim-Theorie
Was macht einen Reim zu einem guten Reim? Das wichtigste Merkmal für einen guten Reim ist die Gliederung des Textes, die sich durch die regelmäßige Betonung ergibt. Durch diesen besonderen Rhythmus werden die einzelnen Zeilen in einem Reim zu Versen. Wenn du einen guten Reim laut liest, kannst du darum immer einen bestimmten Takt feststellen.
Weiter lesen Rhythmus und Betonung
Theorie der Reimformen und Reimfolgen
Reimformen und Reimfolgen
Mit dem Wort „Reim“ ist meistens der Endreim gemeint. Der Endreim bezeichnet den Gleichklang von Wörtern ab dem letzten betonten Vokal. Aber es gibt noch viel mehr Reimformen und Reimfolgen. Die folgende Liste bietet eine Übersicht verschiedener Reimformen und Reimfolgen.
Reimformen nach Reimart
Reimformen nach Silbenzahl
- Gleitende Reime
- Männliche Reime
- Weibliche Reime
Reimfolgen am Versanfang
Reimfolgen am Versende
- Kehrreim
- Kreuzreim
- Paarreim
- Schweifreim
- Umarmender Reim
Sonderformen von Reimfolgen
Kennst du noch weitere Reimformen oder Reimfolgen? Dann schreib einen Kommentar zu diesem Artikel.
Gedichte für Kinder, Kinder-Gedichte, Kindergedichte
Warum lieben Kinder Gedichte?
Schon bevor Sie richtig sprechen können, plappern Kinder Gedichte, Reime und Abzählverse nach. Klassiker wie „Hoppe, hoppe, Reiter“ und „A, B, C – die Katze lief im Schnee“ kennt jedes Kind. Und auch Erwachsene können die Kindergedichte mühelos wiederholen. Die einfachen Reime und Verse prägen sich für immer in das Gedächtnis von Kindern ein und werden von einer Generation an die nächste weitergegeben. Aber warum lieben Kinder Gedichte? Was fasziniert Kinder so sehr an den Reimen?
Ich glaube Kinder lieben Gedichte, weil Gedichte ihnen helfen Mensch zu werden. Weil Gedichte Kindern helfen, spielerisch Sprache und Grammatik zu lernen. Weil Gedichte die geistigen Fähigkeiten von Kindern schulen. Und vor allem weil Gedichte Kindern Spaß machen. Was Kindern an den Gedichten lieben, ist das Spiel mit der Sprache. Darum habe ich ein paar Tipps gesammelt, die man berücksichtigen sollte, wenn man Gedichte für Kinder schreibt.
Weiter lesen Warum lieben Kinder Gedichte?
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